Chronik

Historisches

Im Jahre 1876 wurde an der Hauptstraße ein Schulhaus mit zwei Zimmern errichtet, welches 1894 vierklassig ausgebaut wurde. Die zunehmende Entwicklung von Industrie und Wissenschaft ab Mitte des 19. Jahrhunderts machte auch in Lindenthal nicht halt. Somit wurde in den Jahren 1907/1909 das neue Schulgebäude in der Gartenstraße erbaut.

20er Jahre und Weimarer Republik

Mit der Weimarer Republik etablierte sich zum ersten Mal die Demokratie in Deutschland. Auch auf das sächsische Bildungswesen hatte die enormen Einfluss. Prügelstrafen gehörten auch hier bald der Vergangenheit an. Die Ideen der Reformpädagogik setzten sich auch in Lindenthal durch. Diese moderne Art der Stoffvermittlung prägt noch heute den Unterricht mit zum Teil spielerischen Elementen und einem grundlegenden Verständnis für die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler.

Die Nazizeit

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden ab 1933 alle sächsischen Schulen gleichgeschaltet. Lehrer, die nicht mit dem System sympathisierten, wurden aus dem Schuldienst entfernt oder gingen von sich aus in die innere Emigration.

In den letzten Tagen des Krieges wurden nahe Lindenthal 53 Antifaschisten erschossen, darunter der Widerstandkämpfer und Kaufmann Alfred Kästner – der Mann, dessen Namen die Schule heute trägt.

Nach dem Krieg

Mit viel Elan, Zukunftsträumen und Optimismus entwickelten die Neulehrer nach 1945 eine neue Schulreform, die Schaffung einer zehnklassigen Schule. Im Rahmen einer demokratischen Erziehung wirkten auch die Schüler aktiv mit, das Schulleben zu gestalten. Ab 1948 wurde ein Schulgarten und ein Schulpark mit einem Biotop angelegt und 1949 der Schule der Name „Alfred Kästner“ verliehen sowie Fachkabinette wie Russisch, Physik, Chemie und Mathematik eingerichtet und modernisiert.

In der DDR

Mit der Gründung der DDR 1949 wurden auch demokratische Tendenzen an den Schulen, die sich bis dahin zögerlich entwickelt hatten, zurückgedrängt.

Am 4. April 1957 war an der Lindenthaler Schule ein besonderer Höhepunkt. Es wurde das erste Planetarium des Landes eingeweiht.

Von den Lehrern wurden aber auch lustige, interessante und lehrreiche Veranstaltungen für die Kinder organisiert, wie Bastelnachmittage, Leseveranstaltungen, Fasching, Theaterbesuche oder Treffen mit der Patenbrigade. In vielen verschiedenen Arbeitsgemeinschaften konnten die Schüler ihren Interessen nachgehen, wie. z.B. in den AGs Schach, Russisch, Kfz-Club oder Tischtennis.

Einmal im Jahr fand die MMM – Messe der Meister von Morgen – statt. Hier waren die Schüler sehr kreativ tätig und stellten ihre Ergebnisse aus dem Unterricht oder den AGs aus.

Die Wende – Schule in der Demokratie

Nach der friedlichen Revolution 1989 änderte sich auch das Schulwesen. Die zehnklassige POS wurde aufgelöst und ab August 1992 existierte dann eine Grundschule mit den Sekundarstufen 1 bis 4.

Nach der Neugestaltung der Bildungs- und Erziehungsziele bemühten und bemühen sich alle Kolleginnen um eine sehr gute und abwechslungsreiche Unterrichtsarbeit. Dazu gehören auch viele Höhepunkte während des Schulalltags und außerunterrichtlich.

Viele Werterhalungsarbeiten etc. wurden seitdem durchgeführt. So z.B. neue Dacheindeckung, Sanierung der Haustreppe und des Geländers, Modernisierung der Toilettenanlage und der Heizungsanlage, Einbau neuer Fenster, Erneuerung des Außenputzes und ein Fassadenanstrich, neue Türen, Einrichtung eines Computerkabinettes, eine Brandmeldeanlage und Feuertreppe u.a.m.

Traditionen außerhalb des Unterrichts

Seit mehr als 30 Jahren bringt die Lindenthaler Feuerwehr pünktlich die Zuckertüten den ABC-Schützen. Die Kinder der vierten Klassen führen ein liebevoll gestaltetes Programm an diesem Tag auf.

In der stimmungsvollen Weihnachtszeit findet ein wöchentliches Adventssingen aller Schüler im Schulhaus statt.

Weiterhin finden jährlich Lesewettstreite, Lesungen durch Schriftsteller und Sportwettkämpfe statt. Die Kinder beteiligen sich am Leseflirt der LVZ, besuchen Theater- und Musikaufführungen, machen viele Wandertage und Exkursionen. Auch der Botanische Garten und zahlreiche andere Naturräume unserer Stadt und ihrer Umgebung werden sehr gerne aufgesucht.

Monatlich besuchen alle Kinder der Schule die Fahrbibliothek und nehmen in jedem Jahr an Gedenkveranstaltungen zu Ehren Alfred Kästners teil.

Eine Vielzahl von Projekten führten wir in den letzten Jahren bereits durch: Indianerfest, Neptunfest, der Euro in Europa, der Wald – ein Baumprojekt, Wind – Wetter – Wasser, Einweihung der Lauf- und Sprungstrecke, Tag der offenen Tür, Oster- und Frühlingswoche, Weihnachtsprojekte, Gesundheitsprojekte, Freundschaftsprojekt u.a.m.

aus: Chronik zur 100-Jahr-Feier am 20. September 2009